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Portfolio

Dolomiten | Portfolio von Roland Moser

 

Spektakuläre Berge, bizarre Felsen, dramatische Lichtstimmungen, Wetterwechsel im Stundentakt – das sind die Dolomiten: Eine Landschaft, die ihresgleichen sucht und Anziehungspunkt ist für viele Fotografen aus der ganzen Welt.

Auch Roland Moser haben diese ungewöhnlichen Felsformationen in ihren Bann gezogen. Seit einigen Jahren kehrt er immer wieder in dieses Gebiet zurück um zu fotografieren. Er gehört zu den Fotografen, die diese Gegend und ihr fotografisches Potential mittlerweile bestens kennen. Tourismus- oder Kalenderbilder interessieren ihn jedoch nicht – er fotografiert seine Motive vorzugsweise bei wolken- und nebelverhangenem Himmel durch den manchmal dramatisches Licht die Szene erhellt. Weder Nieselregen, Gewitter oder Nebel halten ihn davon ab, auf die richtige Stimmung zu warten.

Roland Mosers Stil ist geprägt von Landschaftsfotografen aus dem englischen Sprachraum. Für ihn bedeutet Fotografieren nicht einfach den Auslöser zu betätigen, sondern er setzt sich intensiv mit dem Motiv auseinander und versucht, mit seinen Bildern Emotionen beim Betrachter zu erzeugen. Dies erfordert jedoch auch ein hohes Mass an Wissen bezüglich Aufnahmetechnik und Bildbearbeitung, welches er für seine Bilder gekonnt einsetzt.

 

 

LIGHTMAG: Was fasziniert Dich so an den Dolomiten? Eigentlich hast Du als Schweizer ja genügend Berge vor der Haustüre.

Roland Moser: Ja das stimmt, über zu wenig Berge dürfen wir uns in der Schweiz nicht beklagen. Trotzdem, die Berge sind anders als diejenigen in den Dolomiten. Ich mag dramatische und spektakuläre Landschaften und da sind die Dolomiten gerade wie «geschaffen» dafür. Steile und schroffe Berggipfel, die plötzlich vom Nebel enthüllt werden, sind für mich spannende Momente, welche ich gerne fotografiere. Anders als die Berge hier in der Schweiz, die sich durch Mächtigkeit auszeichnen, prägen in den Dolomiten elegante und hoch aufragende, schroffe Felsnadeln die Landschaft. Es ist für mich unbeschreiblich beeindruckend und jedes Mal wieder atemberaubend auf welche magische Art und Weise die Naturschauspiele hier aufeinandertreffen.

 

LIGHTMAG: Deine Bilder zeichnen sich durch viele “Zutaten” aus: Klarer Bildaufbau, dramatische Stimmung und eine ausgezeichnete Bearbeitung. Das geht nicht einfach so auf die Schnelle – wie viel Zeit brauchst Du von der Idee bis zum fertigen Bild?

Roland Moser: Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal werden Ideen geboren in dem Moment wo ich das Motiv und die entsprechende und passende Stimmung vor Ort sehe. Dann kann es sein, dass das Bild, respektive die Bildidee schnell auf den Sensor gebannt ist. In dem Moment wo ich das Bild fotografiere, weiss ich auch wie ich die RAW Datei entwickeln, respektive bearbeiten will, um das gewünschte Bild zu erhalten. Das sind Bildideen, die eher per Zufall entstehen und auch schnell umgesetzt sind. Dann gibt es aber auch die andere Seite. Manchmal kann es Jahre dauern, bis ich eine Bildidee umsetzen kann. Aber ich lasse mich da auch nicht unter Druck setzen. Ich besuche dieselben Orte immer und immer wieder, in der Hoffnung meine Idee umsetzen zu können. Dabei entstehen oft wieder andere Bilder. Der schwierigste Teil besteht darin, die perfekten Verhältnisse vor Ort vorzufinden – dazu braucht es auch das kleine Quäntchen Glück. Doch manchmal habe ich eine einmalige Stimmung fotografiert, weiss wie das Bild schlussendlich aussehen soll, dennoch finde ich nicht den richtigen Weg das Bild entsprechend zu bearbeiten. Das mag jetzt für viele befremdend tönen – doch die Bildbearbeitung ist ein wichtiger Bestandteil für die Bildsprache. Die Entstehung eines Bildes kann man vergleichen mit einem Lebensmittel, wie z.B. Gemüse. Im Frühjahr sät der Bauer den Samen, bewässert sein Feld und pflegt dieses – das ist für mich beim Fotografieren die Vorbereitung: Rekognoszieren, mit dem Ort vertraut werden, den Spot immer und immer wieder aufsuchen bis die Bedingungen dafür stimmen. Wenn der Bauer das Gemüse erntet, ist das für mich beim Fotografieren der Moment, bei dem für mich alles stimmt und ich das Bild auf den Sensor bannen kann. Dabei achte ich darauf, dass ich alle Informationen habe, die ich für das endgültige Bild brauche. Das bedeutet, die Lichter dürfen nicht ausgebrannt sein, auch in den Tiefenbereichen muss ich alle Infos haben, evtl. muss ich Fokusstacking anwenden, damit die Schärfe passt – je nach Situation verwende ich dazu verschiedene Aufnahmetechniken. Nun, keiner isst ein Gemüse roh, so wie es der Bauer geerntet hat. So ist auch ein Bild nicht fertig, wenn ich es fotografiert habe. Das Gemüse wird gerüstet, gekocht und gewürzt. So werden auch meine Bilder entsprechend meinen Vorstellungen entwickelt. WICHTIG ist aber, dass dafür vor Ort die gewünschten Bedingungen vorhanden waren und man mit diesen Rohinformationen arbeiten kann. Wenn ich ein Bild fertig bearbeitet habe, lasse ich es ruhen und schaue es mir ein paar Tage später nochmals an. Wenn es immer noch gut ist und es mir passt, habe ich dann ein neues Bild für mein Portfolio. Da ich aber nicht der Typ Fotograf bin, der – wenn er wieder zu Hause ist –  alle Bilder gleich anschaut und schon mit der Bearbeitung anfängt, ist es vorgegeben, dass es bei mir nie schnell gehen wird. Ich muss auch in der Stimmung sein um das entsprechende Bild zu «entwickeln».

 

LIGHTMAG: Gibt es in der aktuellen Fotografie bei der vor allem die Quantität zählt Fotografen, welche Dich nach wie vor beeindrucken?

Roland Moser: Ja die gibt es schon. Ich möchte hier jetzt keine Namen nennen, doch mich beeindrucken Fotografen, welche aus einer normalen Landschaft im richtigen Moment ein aussergewöhnliches und stimmiges Bild machen können – oder auch aus einem bekannten Motiv, ihr eigenes Bild mit ihrer eigenen Sprache kreieren können. Das finde ich eine grosse Kunst. Natürlich ist es auch bemerkenswert, wenn man neue, unbekannte Motive entdecken geht – das gehört zur Landschaftsfotografie dazu, doch mich beeindruckt vielmehr, wie ein Fotograf mit seiner Bildsprache umgeht und wie er etwas in Szene setzt.

 

Roland Moser teilt sein Wissen und seine Erfahrung indem er verschiedene Worshops anbietet. Auch in die Dolomiten reist er immer wieder um Fotografiebegeisterten diese Landschaft näher zu bringen:

DOLOMITENWORKSHOP MIT ROLAND MOSER

© Fotos: Roland Moser

www.nature-moments.com

fb: rolandbill.moser
IG: rolandbillmoser

 

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